Der Saturn-Neptun-Zyklus

In dem Aspekt-Paar Saturn-Neptun zeigt sich einer der fundamentalen Konflikte des Lebens: Das Formgebende muss mit dem Formlosen ein Paar bilden. Entweder ergibt sich daraus die Fähigkeit, einer Vision Form und Struktur zu geben, oder es resultiert daraus die Unfähigkeit, genau dies zu tun. Dann verbleibt der Betreffende mit dem Aspekt Saturn-Neptun in einem psychologischen Zwischenstadium, in dem die Seele nicht ganz auf der Erde angekommen ist.


Als Neptun 1846 entdeckt wurde, stand er auf 28° Wassermann in exakter Konjunktion zu Saturn - als ob dieser Planet des Unfassbaren, Nicht-Weltlichen nur hatte entdeckt werden können, als er sich mit Saturn traf, dem Planeten der Manifestation.


Alle 36-37 Jahre treffen die beiden Planeten sich wieder zu einer Konjunktion. Dies nennen wir den Saturn-Neptun-Zyklus. Seine Zwischenstationen sind die Aspekte (Sextil, Quadrat, Opposition), die beide Planeten zueinander machen, bevor sie sich wieder zur Konjunktion treffen. Die Menschen, die einen solchen Saturn-Neptun-Aspekt in ihrem Geburtshoroskop haben, sind außerordentlich sensibel auf die Bewegungen in diesem Zyklus und spüren die Auswirkungen in ihrem Leben.


Je nach der Generation, in der man geboren ist, gehört man zu einem bestimmten Saturn-Neptun-Zyklus mit seiner speziellen Thematik.

Für die letzten Generationen waren folgende Zyklen ausschlaggebend: Saturn Konjunktion Neptun:

1918: in Löwe

1953: in Waage

1989: in Steinbock


Der laufende Zyklus in Steinbock bringt auf weltlicher Ebene politische Themen zur Manifestation. Er geht jetzt gerade in das Quadrat zwischen Saturn in Schütze und Neptun in Fische. Saturn in Schütze hat mit religiösen und Glaubensfragen zu tun. Beide Zeichen, Schütze und Fische, haben mit der Sphäre des Glaubens an ein größeres Ganzes zu tun.

Dieses Mandala zeigt das Muster der Saturn-Neptun Konjunktionen im Tierkreis über einen Zeitraum von 325 Jahren.

Aus: Charles Harvey: Anima Mundi: The Astrology of the Individual and the Collective, CPA-Press,2002